Freitag, 31. Dezember 2010

Srečno novo leto!


Es lebe das A-Bulletin!

Ich bin kürzlich Abonnent des A-Bulletins geworden. Eine kleine, feine Zeitschrift, die sich seit über 25 Jahren zum Ziel setzt, eine Kommunikations- und Austausch-Plattform für Menschen mit oftmals etwas besonderen Anliegen zu sein.
Besonders?

Wer tauscht mit uns ein Schafböckli? Zwecks Blutauffrischung.

Ich, männlich, 25 Jahre alt suche baldmöglichst Arbeit auf einem Bauernhof, oder einer Alp. Wer weiss was?

Trance- uralte Heilwege neu entdecken.

Wer kommt mit auf Skitouren?

Zum Geschenk dafür, dass ich Abonnent geworden bin, schickten mir die Verlger der Zeitung mehrere alte Exemplare. Darunter auch zwei aus dem Jahre 1983. Farbig sind diese, vergilbt. Auf den ersten Blick, beim ersten Durchlesen, scheint sich inhaltlich wenig getan zu haben in den vergangen 27 Jahren. Nach wie vor verschenken Menschen junge Hunde, suchen Partner für Wohngemeinschaften oder werben für eigene Heiltherapien. Man muss schon genauer hinschauen, damit man erkennen kann, dass eine völlig andere Zeit aus den vergilbten Seiten der A-Bulletins aus dem Jahre 1983 hinaus ins 2010 tritt.

Die chlinschti Zitig erschient: Die Schweiz ist um eine Alternative reicher: In den ersten Tagen der Zeitungsgeschichte, war der Schreiber häufig auch zugleich Drucker und Austräger seines Blattes. Leider sind diese romantischen Zeiten längst vorbei. Heute werden wir von Pressemonopolen überrollt. Um die Presselandschaft etwas auzulockern, gebe ich halbjährlich die Einmann-Zeitung „Der Mond“ heraus.

Das A-Bulletin war im Jahre 1983 ein echtes und wichtiges Mittel den Austausch zwischen Menschen zu fördern. Menschen, die gleiche Interessen und Bedürfnisse hatten miteinander in Kontakt treten zu lassen.
Wie hat es ein solches Blatt geschafft, die Zeiten der modernen Kommunikation zu überleben. Dem Internet, der Telekommunikation zum trotz erscheint heute immer noch diese Zeitschrift und wirbt mit oftmals hangestrickten Annoncen für seine Anliegen.
Ich weiss nicht ob die Einmann-Zeitschrift „Der Mond“ heute noch existiert, doch frage ich mich wie man die heutigen Zeiten den beschreiben sollte, wenn der Schreiber fürs Jahr 1983 bereits den Begriff „unromantisch“ verwendet hatte.
Vielleicht ist aus „Der Mond“ heute eine Internet-Domäne geworden. Bestimmt mit einem anderen Namen, denn um sich http://www.dermond/ unter den Nagel zu reissen, hätte unser Herausgeber bestimmt bereits Anfang Neunigerjahre ein Angebot machen müssen.

Jedes A-Bulletin beginnt mit einer einleitenden Geschichte, einem fachlichen Artikel oder Interview. Im Mai-Heft aus dem Jahre 1983 wird den Leserinnen und Lesern über vier Seiten die Wirkung und Grundlage der Homöopathie dargelegt.
Ich selber nenne mich Nutzer der Homöopathie und ich schätze die Existenz dieser Heilmethode als Alternative zur Schulmedizin als sehr wichtig ein. In der Zeitschrift „Spiegel“ las ich kürzlich einen mehrseitigen Beitrag zur Homöopathie. Die Homöopathie wurde als das dargestellt was sie in Wirklichkeit auch ist; als eine im rationalen Sinne nur sehr schwer oder überhaupt nicht zu erklärende Heilmethode. Der Vorwurf der "Scharlatanerie" wurde somit wohl für viele Leserinnen und Leser einmal mehr bekräftigt, bestätigt und wenn man will auch bewiesen. Menschen benutzen trotzdem weiterhin homöopathische Heilmittel, wie sie auch weiterhin A-Bulletin lesen.
Die Abhandlung zur Homöopathie, wie sie im Mai-Heft des Jahres 1983 dargelegt wird, war faszinierend und erhellend. Es wurden Vergleiche und Beispiele angefügt, die man heute, in Zeiten der „unbeschränkten“ Informationsquellen, wohl nicht mehr zu erwähnen wagen würde.

Betrachten wir einmal eine Tonbandkassette. Sie besteht aus einem Platsikgehäuse und einem beschichteten Kunststoffband. Mit der Kassette können wir beispielsweise ein Konzert oder einen Vortrag aufnehmen. Vortrag und Musik sind die Information, die Kassette lediglich der Informationsträger. (...) Ebenso verhält es sich mit einem Buch. Das Buch selbst besteht aus Papier, Leim und Druckerschwärze. Der Inhalt könnte eine Abhandlung über Europa sein.
Geben wir dieses Buch einem Team von Wissenschaftlern mit dem Auftrag, es bis in die Atomstruktur zu analysieren, so würden wir anschliessend eine Liste erhalten mit dem Gewicht des Buches, seinen genauen Massen, den Ergebnissen der Spektralanalyse, der genauen chemischen Zusammensetzung und so weiter.
Nur eines würde in den Analyse-Ereignnissen nicht mehr auftauchen: Die Geschichte Europas. Der Inhalt des Buches, dessen eigentliche Information, ist bei der Analyse verloren gegangen.

Und eben so verhält es sich mit der Homöopathie... Alles klar?

Mag man von Homöopathie halten was man will. Mag man die Spiegel-Recherchen lesen, nicken und sagen: Wer es jetzt nicht glaubt ist selber schuld. Eins muss man sich eingestehen. Gegen den folgenden Satz aus der Abhandlung über die Homöopathie, erschienen im A-Bulletin 1983, ist nichts einzuwenden:

Information ist immer etwas Immaterielles und braucht zur Weitergabe einen materiellen Träger.

Mein liebster materieller Träger von Information ist der Mensch selbst.

Ich wünsche allen Menschen da draussen von Herzen ein frohes 2011!

Donnerstag, 30. Dezember 2010

Übersicht ist die halbe Wahrheit



In der südlichen österreichischen Steiermark weiss man wo's lang geht!

Mittwoch, 29. Dezember 2010

Heute am Meer


Als ich heute Morgen früh in Maribor den Zug in Richtung Ljubljana bestiegen habe, war es zwar winterlich kalt, Schnee lag jedoch keiner mehr auf dem Boden. Als ich gegen 9 Uhr bei Miha in Logatec, rund 30 Kilometer südwestlich von Ljubljana, angekommen bin, fand ich mich in eine andere Gegend versetzt; Schnee lag dort, im karstig, windigen Westen des Landes noch knöcheltief. Eine kurze Autofahrt später standen wir in Duino an der italienischen Adriaküste, sahen tief unter uns das Meer in der Wintersonne glitzern und hätten wir nicht noch eben gerade die Füsse in den Schnee gesteckt, uns wäre danach zu mute gewesen ein Sonnenbad zu nehmen. Stattdessen bestaunten wir die schroff und steil abfallende Klippe, auf welcher ein wunderschöner Wanderweg von Duino nach Sistiana führt und der, würde man ihm ungefähr 15 Kilometer weit folgen, einem irgend einmal via Miramare nach Trieste begleiten würde. Vor knapp eineinhalb Jahren bin ich in dieser Gegend gewandert, damals wie heute auf den Weg nach Istanbul.
Das ist Slowenien; in kürzester Zeit kann man sich durch gänzlich verschiedene Regionen begeben. Etwas was mich immer wieder erstaunt und erfreut. Ganz besonders überrascht bin ich auch immer wieder über die Nähe des Meeres. In knapp zwei Stunden erreicht man nun von Maribor aus über die Autobahn Trieste und somit die adriatische Küste. Schaue ich von unserer Wohnung in Maribor auf die Skipiste des Pohorije scheint mir das Meer Tagesreisen entfernt zu sein.

Mit Miha bin ich unterwegs um die Touren fürs nächste Jahr zu planen. Dankbar bin ich über Mihas Kenntnisse bezüglich Sloweniens. So konnte er mir auf unseren Erkundungstouren schon viele schöne und interessante Orte zeigen und diese mit Geschichte und Geschichten füllen. Ich beginne nun endlich damit auch Slowenien zu entdecken. Ein Land in welchem ich nun bereits Monate lang zu Hause bin, das ich aber noch nicht in diesem Masse kenne wie andere Gegenden, die ich bereist habe.
Dies mag auch daran liegen, dass der Mensch immer das Gefühl hat, sein Zuhause könne man später erforschen, denn dies läuft einem ja nicht davon. Doch vielleicht sollte man mal andersherum beginnen. In Erfahrung zu bringen wo man lebt, wovon man umgeben ist und was jenseits des Hügels liegt, welchen man jeden Tag vom Schlafzimmerfenster aus sieht kann füs Leben sehr bereichernd sein.

Dienstag, 28. Dezember 2010

langsamer Zerfall

Noch nie konnte ich bisher einem Haus bei seinem eigenen Verfall sprichwörtlich zuschauen. Ich stand einmal mehr vor den Mauern des prunkvoll heruntergekommenen Schlosses an der Drau, wenige Kilometer ausserhalb Maribors. Letzten März haben wir zum ersten Mal dieses Schloss besucht und erfahren, dass das Gebäude einst einer der zahlreichen fürstlichen Herrschaftssitze in der Gegend war und später, in jugoslawischen Zeiten, als Altersheim genutzt wurde. Irgendwann sind dann wahrscheinlich alle alten Menschen verstorben, das Schloss blieb eine Zeit lang unbewohnt und, das haben unbewohnte Häuser so an sich, verfiel zusehends. Hinzu kam, dass es vor rund 20 Jahren vollständig geplündert wurde. Mit der Folge, dass es heute keine Fensterscheibe mehr gibt. Alles was nicht niet und nagelfest war wurde abgeschraubt, abmontiert und abtransportiert. Zurück blieb ein Skelett eines einst prunkvollen Schlosses. Vor wenigen Jahren hat ein Mann das Schloss mitsamt dem riesigen dazugehörigen Park gekauft. Ich liess mir sagen, dass solche Schlösser vor kurzem noch zu "Schnäppchen-Preisen" zu haben gewesen seien. Doch kaum jemand hatte Lust, Zeit und Interesse sich einem solch wunden Monster anzunehmen. Wir haben den Mann getroffen, welcher sich zum Ziel gesetzt hat, das Schloss nach und nach vollständig zu sanieren. Damals im März fanden wir ihn mit Schaufel und Kessel bestückt in einem der riesigen Räume des Schlosses. Er war gerade dabei Schutt tonnenweise aus den Räumen zu befördern. Das Dach hatte er als erstes renoviert, nun regnete es wenigstens nicht mehr hinein. Im März meinte dieser Mann, dass bereits im Sommer 2010 ein kleines Restaurant hier eröffnet werden sollte und er zeigte uns eine komplett renovierte Terrasse; wunderbar die Aussicht in den Park und hinunter zur Drau. Sofort würde ich hier zu Speis und Trank vorbei kommen.
Bei unserem Besuch gestern hat es aber ausgesehen, als hätte etwas einen Strich durch die Rechnung des Mannes gemacht. Alle Türen waren abgesperrt oder zugemauert, keine Menschenseele weit und breit.
Einmal mehr stand ich vor den Mauern des prunkvoll heruntergekommenen Schlosses an der Drau und hörte und sah wie die Mauer langsam zusammen stürzte. Es war gespenstisch mit anzusehen, wie sich ganze Mörtelstücke von alleine lösten und ins nasse, sonnenbeschienene Gras hinunter fielen. Die Zeit rennt diesem Schloss davon, dachte ich bei mir und wünschte dem Mann, der nicht hier war, viel Kraft und Energie bei der Umsetzung seiner Pläne.
Später fuhren Natasa und ich durch die hügelige Landschaft des Kosijak, vorbei an alten, teils ebenfalls heruntergekommenen Bauernhäusern, hoch hinauf zum Sveti Duh, zur Kirche des Heiligen Geistes an der slowenisch-österreichischen Grenze. Von der Kirche aus lässt sich weit ins Land hinein schauen, man erkennt im Westen die Hügelzüge des Pohorije, im Osten ein schier endloses Auf und Ab von Wäldern und im Norden die österreichischen Alpen. "Wie schön muss diese Gegend früher gewesen sein, als noch alles belebt, bewohnt und bewirtschaftet gewesen ist", meinte Nataša.
Viele Menschen gibt es nicht mehr, die heute diese Gegend, welche reich an Wald und Wasser ist, bewirtschaften wollen. Die Bauernhäuser verkommen, die Ställe stehen fast überall leer. Dies bestätigte uns auch Marko, welcher als Bauer auf dem Pohorije lebt und arbeitet. Es gibt keine Zukunft für die Kinder hier, hört man sagen. Und bestimmt haben sie in gewisser Hinsicht auch recht, die die das sagen. Aber warum gab es früher eine Zukunft und heute nicht mehr. Das Land ist nicht schlechter geworden, das Wasser nicht weniger. Klar ist, das Wissen um die Bestellung des Landes geht allmählich verloren, dafür steigt das Wissen in buchhälterischen Fragen ständig. Doch rein buchhälterisch gesehen, wird es sich in einigen Jahren höchst wahrscheinlich lohnen, hier in dieser Gegend einen kleinen Bauernbetrieb zu besitzen und das Wissen darum, wie man einen solchen bewirtschaftet.

Sonntag, 26. Dezember 2010

Jugoslawische Weihnachten

Weihnachten zu feiern hat Tradition, jedenfalls in der Schweiz, dort wo ich her komme. Ich war jeweils saumässig nervös als Kind während den Weihnachtstagen. Etwas lag in der Luft; der Duft von Weihnachtsgebäck, Lichter, Musik (auch wenns vor allem die Gesänge der Heilsarmeen waren) und vor allem Geschenke. Geschenke sind ganz wichtig für Kinder, mag man Weihnachten auch noch so viel Tiefgang anhängen. Weihnachten ist bei uns ein Familienfest. Man sitzt zusammen, geniesst Speis und Trank und geht spät abends zufrieden und wohl genährt schlafen. An Weihnachten kommt man zusammen, das ist der Tribut welcher das Lichterfest von uns fordert und wir bezahlen ihn nicht ungern. Um Mitternacht läuten die Glocken und locken einige zur Mitternachtsmesse. Früher habe ich sie auch einmal besucht, in den letzten Jahren nie mehr. Eigentlich schade, denke ich heute, denn mich würde es wundern und interessieren was da erzählt wird.
Dieses Jahr habe ich Weihnachten mit Atheisten gefeiert. In Slowenien, welches bis 1991 eine Teilrepublik in der Föderation des sozialistischen Jugoslawiens war, hat die Weihnachtsfeier für viele Menschen noch immer keine grosse Bedeutung. Denn schliesslich gab es als Kind diese Weihnachten nicht! So habe ich von einigen Freunden in meinem Alter gehört, dass sie erst nach dem Zusammenbruch Jugoslawiens zum ersten Mal von der Existenz Weihnachtens gehört hätten. Und doch haben diese Menschen ihre Kindheitsjahre jeweils glücklich über die Bühne gebracht. Denn dass es Weihnachten nicht gab musste nicht bedeuten, dass in den Häusern keine Kerzen brannten, dass keine geschmückten Tannenbäume im Wohnzimmer standen an dessen Enden sich Geschenke türmten. Während bei uns in der Schweiz das Christkinderl oder der Heilige Klaus die Geschenke vorbei brachte, war es in der jugoslawischen „Mythologie“ schlicht und einfach Grossväterchen Winter, welcher die Kinder zum Jahresende noch einmal so richtig glücklich zu stimmen vermochte. Und wahrscheinlich brachte eben dieses Grossväterchen Winter auch die „weihnächtliche“ Stimmung in die Wohnzimmer und auf die Strassen der Städte und Dörfer. Denn was wäre der Dezember ohne diese lieblich-traurige Atmosphäre? Nichts weiter als ein zweiter November.
Bei meinen Eltern zu Hause steht noch heute im Wandschrank der Küche eine grosse Ovomaltine-Büchse. Heute beinhaltet die Büchse, so viel ich weiss, getrocknete Minzenblätter. Meine Mutter erzählte mir, wie sie als Kind zu Weihnachten jeweils eine Büchse Ovomaltine geschenkt gekriegt hatte. Dieses Geschenk war ihr höchst lieb und teuer und musste dann wahrscheinlich auch ein Jahr lang hinhalten. Meine Mutter trinkt heute keine Ovomaltine mehr, dass die grosse Büchse aber noch immer im Wandschrank in der Küche steht freut mich sehr.

Wahrscheinlich liegt ja Weihnachten ein heidnisches Naturfest zu Grunde, die Sonnenwende am 21. Dezember. Denn das feierten Menschen bereits lange vor der Geburt Jesus Christus. Doch die Wiederkehr des Lichts zu feiern ist für uns vielleicht zu banal, zu einfach, zu natürlich als dass wir es wirklich ernst nehmen können. Die Geschichten, welche uns die Religionen erzählen, lassen sich einfacher in Wort und Bild fassen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden.

Nun ist Weihnachten also bereits wieder vorbei. Den Schmuck lassen wir noch einige Tage hängen, so will es die Tradition. Die Tage werden länger und spätestens nachdem in Zürich der „Böög“ verbrannt worden ist, wird auch der Winter seine Tage gezählt haben. Bis dann bleibt uns nur das Warten auf den Schnee.

Samstag, 25. Dezember 2010

Weihnachts-Videogruss von Gundar und Raya

Gundar ist ein Schwein.
Raya ist ein Hund. Manchmal auch ein Sauhund, dank Gundar.
Beide verbringen frohe Weihnachten auf dem Pohorije; gemeinsam mit uns.

Wir lassen euch grüssen!

P.s. Bitte mit Ton schauen, Hannibal der Hahn war scheu, hat sich aber zu Wort gemeldet.

video

Freitag, 24. Dezember 2010

Stilvoll in die Zukunft!

Als ich kürzlich in der Schweiz war, traf ich in einer Berghütte im Graubünden auf die hier abgebildete Fotographie.
Sofort ist mir in den Sinn gekommen, wie mein Vater mir erzählt hat, dass sein Vater regelmässig mit der Krawatte in die Fabrik zur Arbeit gegangen sei. So erstaunt es mich nicht, dass die Bergfreunde auf diesem Bild auch wohl gekleidet sind und es sich nicht nehmen lassen, auch in der brachialsten Natur einen gewissen Stil beizubehalten.
Heute würde es erstaunen, träfe man bei einem Gletschersee eine solche Gesellschaft an. Krawatten und Röcke haben Gletscherseen schon lange nicht mehr gesehen...
Ich weiss noch wie ich und mein Freund Teo zu Beginn unserer langen Veloreise diese gepolsterten Unterhosen getragen haben. Man hat uns gesagt, dass sei wirklich wichtig, wegen dem Wolf zwischen den Beinen und Hämorroiden am Arsch. Irgendwo in Frankreich haben wir diese Unterhosen an einen Baum gehängt und sind mit normaler Ware weiter gefahren.
Wahrscheinlich wird es von offizieller Seite her nicht empfohlen in den Bergen Krawatte oder Rock zu tragen; mit der Krawatte kann man an einem Felsvorsprung hängen bleiben. Röcke sind wegen den plötzlich auftretenden Böen auch ungeeignet.
Wie auch immer; fürs nächste Jahr wünsche ich mir mehr berockte Frauen in den Bergen und Krawatte tragende Männer auf den Gletschern. Die Natur hat etwas Stil nötig!

Frohe Weihnachten!

Dienstag, 21. Dezember 2010

Zurück in Slowenien

Pünktlich auf die Sonnenwende, im slowenischen wie auch im englischen solstice genannt, bin ich heute morgen wieder in Slowenien angekommen.
Gemeinsam mit zahlreichen Heimreisenden, die während den Ferientagen ihre Familien in Ljubljana, Zagreb, Beograd oder anderswo besuchen, reiste ich einmal mehr im "Eurocity Zürichsee" in die Hauptstadt Sloweniens und von dort aus weiter nach Maribor. Die Weihnachtstage werde ich dieses Jahr für einmal nicht mit meiner Familie in der Schweiz verbringen, etwas was bisher noch nicht oft vorgekommen ist.
Mein Abteil teilte ich mit zwei kroatischen Frauen, welche dermassen beladen waren, dass wir alle zusammen zehn Minuten brauchten um alle Gepäckstücke zu verstauen. Wie es die zwei zierlichen Frauen überhaupt geschafft haben, die riesigen Taschen an den Bahnhof Zürich zu schleppen ist mir ein Rätsel. Die Taschen würden voller Geschenke sein, versicherten mir Beide; vor allem Schokolade und Kleider. Ich zweifle langsam daran, dass die Schweizer wirklich den grössten Schokoladenverbrauch pro Kopf und Jahr weltweit aufweisen. Die Kroaten dürften uns bald überholen...
Am frühen Morgen gab es einer jener magischen Momente, wenn der Vollmond durch die schmutzige Fensterscheibe des fahrenden Zuges scheint und das Abteil im gleichmässigen Rhytmus einer Schnarchelnden noch leise vor sich hin schlummert.

Sonntag, 19. Dezember 2010

Am Schweizer Zoll


Handy-Gespräch der Schweizer Grenzkontrolle an der Schweizer Grenze in Buchs (Belgrad – Zürich)

„Ja, das hat ganz schön geschneit letzte Nacht. Musst wohl wieder mit dem grossen Besen antreten, oder? Aber was solls, wenns Schnee hat ist’s uns nicht recht und wenn’s keinen hat stimmt’s auch nicht. Ja, ja...

Also, ich hab da noch einen…

A-horn, H-ans, M-ichael, E-sel, D-aniel und dann weiter M-üller, E-rich, S-imon, T-anne, I-gel, C-hilbi

Oakey?

Merci!

Selbstverständliches aus Bern und Maribor

In Maribor wurde vor einigen Tagen ein Second-Hand Laden eröffnet. Es soll der zweite in dieser Art in der zweitgrössten slowenischen Stadt sein. Der erste jedoch lockt seine Kundschaft mit den äusserst unregelmässigen Öffnungszeiten sowie dem Chaos, welches die Berge von Kleider und Haushaltsartikel beherscht, nicht gerade an. Sagen wir deshalb; in Maribor ist vor wenigen Tagen der erste Second-Hand Laden eröffnet worden. Noch ist freilich unsicher, ob überhaupt die 200 Euro monatlich erwirtschaftet werden, die für die Miete der 40 Quadratmeter Ladenfläche notwendig sind. Klar ist jedoch bereits jetzt; die Menschen bringen reichlich Material vorbei und äussern dabei ihre Dankbarkeit, endlich einen Ort zu kennen, an welchem sie Kleider und Objekte abliefern können, welche zwar längst nicht mehr gebraucht, ihnen aber doch zu schade sind um sie einfach wegzuwerfen. Ausmisten scheint also auch in Slowenien angesagt. Ausmisten mit dem beruhigenden Gefühl, dass der einstige Besitz jemand anderem, für wenig Geld, in Zukunft Freude bereiten könnte.
Weshalb erwähne ich diesen Laden überhaupt, welcher vor wenigen Tagen in Maribor eröffnet wurde? Genau deshalb; genau deshalb, weil es uns erstaunt, dass eine solche Neuigkeit erzählenswert ist. Je längers je mehr merke ich, dass viele Sachen hier in Slowenien nicht selbstverständlich sind. Nataša erwähnte dies mir gegenüber bereits vor längerer Zeit: In Maribor ist es nicht selbstverständlich, dass jemand sich die Mühe macht, gute Filme öffentlich zu zeigen. In Maribor ist es nicht selbstverständlich, dass sich Leute für Faire-Trade interessieren und engagieren. In Maribor ist es nicht selbstverständlich, dass jemand bereits in Südamerika gewesen ist und es soll auch nicht selbstverständlich sein, dass jemand mit vier Bällen zu jonglieren wisse oder Einrad fahren könne (wo kann man sich denn in Maribor ein Einrad kaufen?)... Es ist nicht selbstverständlich, dass es ein gutes Kulturangebot gibt (obwohl ein solches zeitweise durchaus vorhanden ist) und es ist nicht selbstverständlich, dass die Stadtbusse pünktlich fahren. Ganz zu schweigen von der Schweizer Selbstverständlichkeit, dass man auch nach einem der raren Konzerte im Stadtzentrum noch mit dem öffentlichen Verkehr nach Hause fahren könne.
Nun mag man dieses Erstaunen ob der für uns selbstverständlichen Dinge als Rückständigkeit deuten. Mich lassen sie zur Zeit aufatmen und aktiv werden. Denn diese Nichtselbstverständlichkeit bietet Raum sich zu überraschen, Raum sich zu freuen und oftmals sogar begeistert zu sein. Etwas was ich in der Schweiz manchmal vermisst habe.
Nun mag das jeder Mensch, der in der Schweiz lebt anders sehen und manchen mag das Vorhandensein all des Selbstverständlichen dazu anspornen, den Alltag noch interessanter, noch lebhafter zu gestalten. Ich für mich spüre in Slowenien einen Wunsch etwas eigenes zu erschaffen, wie ich ihn in der ausgeklügelten Schweiz bisher nicht erlebt habe. In Maribor, dort wo vieles nicht selbstverständlich ist, scheint für mich zur Zeit mehr möglich zu sein als in der Schweiz. Ich weiss, dass ich dieses Gefühl nur dank der Schweiz überhaupt empfinden kann. Wäre ich auch „mutig“, könnte ich nicht ein gutes Stück sozialer und wirtschaftlicher Sicherheit aus der Schweiz mein eigen nennen? Ich weiss es nicht und werde es wohl auch nie wissen.

Zusammen mit Miha will ich auch in Zukunft Reisen in Slowenien und Südosteuropa anbieten. Dass wir dafür bisher keinerlei Ausbildung haben, soll uns nicht davor abschrecken es zu versuchen. Menschen aus Slowenien, Kroatien und Bosnien-Hercegowina meinen dazu immer: Mach es, das funktioniert auf jeden Fall! Und auch hier in der Schweiz erfahre ich bezüglich unserer Pläne viel Unterstützung. Demnach müssen die Ideen nun so bald als möglich in Tat umgewandelt werden.
So freuen wir uns sehr darauf, dich im Frühling oder Herbst auf eine Reise nach Südost-Europa begleiten zu dürfen.
Vidimo se!

Dienstag, 14. Dezember 2010

Willkommen!

"Ab 15. Dezember können Staatsangehörige aus Albanien sowie Bosnien und Herzegowina ohne Visum in den Schengen-Raum und damit in die Schweiz einreisen."

So steht es heute in den Zeitungen. Das ist nun aber schnell gegangen.... Was hat sich denn nun auf einmal verändert, dass dies möglich geworden ist? Hauptsache ist, dass dieser diskriminierende Visumszwang nun endlich vorbei ist. Doch die Schweiz braucht sich nicht vor einer Massen-Einwanderung aus Bosnien-Herzegowina zu fürchten. Noch kann sich keine grosse Zahl Menschen eine Reise in die Schweiz leisten.

Personenfreizügigkeit und Visumsfreiheit sind schön. Doch solange das wirtschaftliche Gefälle zwischen Ländern dermassen gross ist, nicht der wahre Fortschritt.

Trotzdem: Leute aus der Bascarscija; willkommen!

video

Montag, 13. Dezember 2010

Heute Morgen 7.30 Uhr von unserem Balkon aus


Hier gehts lang

Mein Freund Teo ist zur Zeit mit dem Fahrrad in Syrien unterwegs. Er ist im Sommer zusammen mit seiner Freundin von Bern aus gestartet und radelt nun durch die syrischen Wüsten. Bestimmt ist er bereits an einem Strassenschild mit der Aufschrift Damaskus oder Beirut vorbei geradelt und hat beim ersten Mal mit Unglauben das Schild betrachtet und ist sich nur langsam dessen Gewahr geworden, dass nun Damasakus oder Beirut auf den Richtungsweiser am Strassenrand steht.
Ich kann mich noch gut erinnern, als ich auf meiner Wanderung zum ersten Mal das Schild mit der Aufschrift Venezia gesehen habe. Seit 10 Tagen waren wir damals bereits in Richtung Venedig zu Fuss unterwegs und auf einmal steht dieses Venedig vor uns am Strassenrand, zwar erst als Hinweisschild, wir fühlten uns aber dennoch auf einen Schlag um Kilometer nach vorne katapultiert.
Neben dem Wohnblock in welchem Natasa und ich zur Zeit wohnen steht das abgebildete Strassenschild. Ich hätte mir auch nie gedacht, dass ich eines Tages irgendwo zwischen Zagreb und Ljubljana, zwischen Österreich, Kroatien und Slowenien leben würde. Noch reibe ich mir manchmal die Augen ob diesen Schildern.
Wer weiss, vielleicht steht eines Tages ein Schild mit der Aufschrift Teheran neben unserer Haustür.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Koline in Bloke

Ich bin mit einer Kiste voller Geschenke gestern Abend nach Maribor zurück gekommen. Frisch gepresster Apfelsaft, Karrotten, Sauerkraut und ein Teil dessen, weswegen Miha und ich gestern den ganzen Tag in und um sein Elternhaus herum verbracht haben; Blutwürste und Braten-Fleisch.
Gestern stand das traditionelle Koline auf dem Programm und ich wurde dazu eingeladen daran teilzunehmen. Einmal im Jahr werden auf dem Hof von Mihas Eltern zwei Schweine geschlachtet. Diese Schweine werden rund sieben Monate vorher gekauft, dann gemästet und schliesslich, irgendwann im Dezember, geschlachtet und direkt auf dem Hof verarbeitet. Diese ganze Angelegenheit als Familienfest zu bezeichnen mag etwas morbid anmuten, entspricht aber durchaus der Tatsache. Denn schliesslich waren rund 10 Personen daran beteiligt, nebst der 84 jährigen Grossmutter Mihas und seinen Eltern auch drei Onkel und drei Tanten. Wer bei der Koline, so wird das traditionelle Schlachten der Schweine im Dezember genannt, mithilft, kriegt etwas Fleisch mit nach Hause.
Die letzte Nacht haben sich mehrmals Bilder des gestrigen Tages vor mir abgespielt. Blutige Bilder und schöne Bilder, Familienbilder und Bilder des Schmerzes. Diese Mischung von Gefühlen gegenüber diesem speziellen Tag in Bloke ist einzigartig.
Wer Fleisch ist, und ich bekenne mich zum Fleischesser, sollte zumindest wissen was es heisst, ein Tier zu töten. Nun kann man sagen, dass man schon ganz schön dumm sein muss um nicht zu wissen was töten bedeutet. Doch glaube ich, dass man sich unter töten nichts vorstellen kann solange man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat.
Miha hat mir die beiden Schweine am frühen Morgen im Stall gezeigt. Dort lagen sie im Stroh und wussten wohl bereits das etwas vor sich ging. Seit einem Tag hatten sie nämlich kein Futter mehr bekommen. Die beiden Öfen, welche in einem abgetrennten Raum des Schweinestalles stehen, wurden bereits eingeheizt. In grossen Töpfen würden dort bald die Schweineköpfe in kochendes Wasser gelegt werden, so löst sich das Fleisch vom Knochen und es kann der Blutwurst Masse beigegeben werden. Ich habe die Tiere gesehen, wie sie gegen ihren Willen aus dem Stall gezogen wurden, wie man ihnen die Pistole an den Kopf gehalten und abgedrückt hat, wie man sie später an einem kleinen Hebearm des Traktors, an einem Bein festgemacht in die Luft gehoben hat um ihnen mit einem Stich in die Aorte das Blut zu entnehmen. Erst da sind sie gestorben...
Ich habe zwei Blutwürste hier in Maribor in meinem Kühlschrank und ich werde sie auch essen. Heute abend will ich Freunde einladen, das Sauerkraut heiss machen und die dicken Blutwürste in den Ofen legen. Ich bin nicht Vegetarier geworden, gestern Vormittag, aber ich mache mir seither erneut Gedanken darüber was für mich ein Tier bedeutet. Ich werde weiter darüber nachdenken und vielleicht einmal zu einem Schluss kommen. Bis zu diesem Moment werde ich Fleisch essen, werde es achten und schätzen und versuchen mir ins Bewustsein zu rufen, dass hinter jeder Wurst ein Tier steckt und dieses Tier getötet wurde, mit allem was dazu gehört.
Sobald die Schweine getötet waren nahm alles seinen Lauf und mehr und mehr wurde das tote Tier zu einem Produkt. Jeder Teil des Schweines wird im Laufe des Tages verarbeitet, übrig bleiben zum Schluss nur gerade die beiden Lungenflügel, welche noch am Abend an einem Haken vor dem Schweinestall hingen.
Die Koline hat eine grosse Tradition in der Gegend aus welcher Miha kommt. Seit Jahrhunderten leben die Menschen damit, schlachten einmal im Jahr ihre Schweine und zehren dann ein ganzes Jahr lang von den vielen wertvollen Produkte, die dadurch anfallen. Natürlich wird die ganze Sache jedes Jahr erneut in Frage gestellt, soll man nun ein Schwein oder zwei Schweine schlachten, soll man überhaupt noch Schweine schlachten... Schliesslich werden im Frühsommer dann doch wieder zwei junge Ferkel angeschafft und in den Schweinestall gebracht. So will es auch die Grossmutter von Miha. Denn das Jahr über kümmert sie sich um die Schweine, es sind ihre Schweine und der Tag der Koline ist dann gewissermassen auch ihr Tag. Denn nebst der Schlachterei wird zünftig gefeiert, gegessen und getrunken. Die Familie kommt zusammen, es ist fast wie an Weihnachten.
Als wir am Abend vor den Holzöfen im Schweinestall waren und die Blutwürste ins kochende Wasser gaben, so fühlte ich mich in eine andere Welt, in eine andere Zeit versetzt. Die Frauen trugen ihre Kopftücher, die Männer schnitten Fleisch und tranken Bier in der Garage, was mich zu der Bemerkung ermutigte, ich komme mir vor, als wäre ich in Bosnien. Alle prusteten dann los und Mihas Tante meinte dass die Bosnier zwar wunderbare Menschen seien, aber doch ganz anders als sie. Das mag natürlich stimmen, aber die Lebensfreude und die Freude der Gemeinsamkeit, welche ich in Bosnien spürte und erlebte lag an jenem Tag in Bloke auch in der Luft. Tod und Leben trafen sich an einem wunderschönen Wintertag, an dem es, trotz Sonne und wolkenlosem Himmel, doch nie warm werden wollte.

Montag, 6. Dezember 2010

Lichterflut an Vorweihnacht

Vor einem Jahr hatte ich Weihnachtspause, da war ich zusammen mit Natasa in Sarajevo. Ich errinnere mich noch gut daran, wie wir den ganzen Dezember hinweg fast vergessen hatten, dass bald Weihnachten sein würde. Da gab es keine Weihnachtsbeleuchtung, keine falschen und echten Tannen und auch keine Weihnachtslieder in den Kaufhäusern. Für mich damals eine Erleichterung, ein Durch- und Aufatmen und ich wünschte mir, es wäre auch dieses Jahr wieder so.
Doch dieses Jahr ist es anders, ganz anders. Hier in Maribor hat die Lichterflut die Innenstadt erreicht und sich auf den Dächern, den Fassaden und vor allem in und um die Kaufhäuser herum ausgebreitet. Es flimmert und flunkert, es leuchtet und strahlt wohin das Auge reicht. Man muss schon in eine sehr abgelegene Gasse geraten um nicht ständig an Weihnachten errinnert zu werden. Als würde man ansonsten vergessen, dass es dieses Fest überhaupt gibt. Aber wenn man ständig an etwas errinnert wird, dann besteht die Versuchung, den Grund des Errinnerns auch vergessen zu wollen; aber das ist eine andere Geschichte. Weihnachten ist das Fest des Lichtes, ich weiss. Und es ist auch schön das Licht zu feiern; nur halt nicht wenn man dazu gezwungen wird.
Denn im Grossen und Ganzen ist das Lichtermeer hier in Maribor meistens eine ziemlich grobschlächtige Angelegenheit, wie wohl in den meisten Städten des christlichen Abendlandes. Es mag einzelne schöne Szenerien geben in diesem Lichtermeer (hier in Maribor vielleicht die Festbeleuchtung des kleinen Hausberges, der Pyramide). Diese gehen aber in der Lichterflut unter.
Wahrscheinlich werden es Jahr für Jahr einige Lichter mehr sein die in der Vorweihnachtszeit entzündet werden (denn Strom ist ja heute billig) und noch wahrscheinlicher ist es, dass die Einkaufszentren der Städte an Weihnachten Jahr für Jahr mehr Umsatz erzielen werden. Vielleicht wird das Ganze so lange weitergeführt werden, bis wir in der Weihnachtszeit vor lauter Lichter die Bäume nicht mehr sehen können und auch die Eingänge zu den Einkaufszentren nicht mehr finden werden.
Dann geh doch nach Sarajevo wenns dir hier nicht passt, könnte man jetzt sagen.
Tatsächlich wäre das eine Alternative.
Ich werds mir überlegen.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Altbewährtes aus Maribor

In Maribor hat gestern die Skisaison begonnen. Warum Pintas und ich genau an diesem Tag zu Fuss durch den verschneiten Wald des Pohorije gehen wollten, weiss ich nicht. Jedenfalls standen wir auf einmal mitten auf der Skipiste und mussten zurück in den Wald fliehen. Pintas bevorzugt es seither, es sich auf unserer Terrasse gemütlich zu machen. Er geniesst hier ein spezielles Kurprogramm für Hunde.
Natasa und ich geben uns Mühe, hier in Maribor möglichst aktiv zu sein. Das Resultat davon ist eine Kleidertauschbörse, eine Idee welche Natasa in Bern erhalten hat, und zwei Kinoabende mit alten Cartoons für Kinder. Daneben reifen Ideen zu zukünftigen Rog-Touren heran, welche ich gemeinsam mit Miha am Ausbrüten bin. Langweilig ist es uns hier nicht.
Zur Zeit findet in Maribor auch ein Ethno-Musikfestival statt. Schwerpunkt des Festivals sind Gruppen aus Westafrika. Zuerst tritt jeweils eine slowenische Musikgruppe auf, welche die traditionellen afrikanischen Istrumente auf ihre eigene Weise spielen. So zum Beispiel gestern eine Frauen-Band namens Djembaba welche slowenische Volkslieder mit Djembas begleitet. Danach traten die zwei Musiker Sidiki Camara und Kalifa Kone aus Mali auf, welche zwei Stunden lang die faszinierendsten Klänge und Rhythmen aus ihren Instrumenten zauberten. Ein höchst genüsslicher Abend!
Allgemein tut sich im Moment sehr viel in Maribor. Die Stadt zeigt sich wohl ganz bewusst von der progressiven und kreativen Seite, als langsame Annäherung an den Titel Kulturhauptstadt Europas 2012.
In diesem Zusammenhang noch eine wunderbare Nachricht: Im Letzten Winter habe ich hier in Maribor mitgeholfen, ein Juweliergeschäft in einen Fair-Trade Laden umzugestalten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist das Fair-Trade Geschäft nun über seine finanziellen Engpässe hinweg; Maribor hat sich dazu entschieden, die erste "Fair-Trade-Stadt" Sloweniens zu sein. Das bedeutet, dass in allen städtischen Ämtern nur Lebensmittel aus fairem und ökologischem Anbau verwendet werden dürfen. Lavazza wird also bald um einen Abnehmer ärmer sein!